22.12.2012

FrequenzImpro: Folge 16 - Demokratie










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Grundgedanken der Demokratie, Briefmarke 1981,
Quelle: wikimedia.org
Ist es gut, wenn alle mitsprechen dürfen? Das ist nicht nur im politischen Alltag eine Frage, sondern auch in Improgruppen. Leonie aus Karlsruhe fragte uns bei Facebook, wie wir das so sehen. Wir haben geantwortet. Im letzten Podcast für 2012- Damit wünschen wir Euch ein frohes Weihnachtsfest und einen gesundes neues Jahr!



Kommentare:

  1. Da gibt es noch einiges aus dem Themenkreis, was mich interessiert.
    Für mich wäre spannend, wie oft und mit welchem Prozedere ihr euch der Grundsatz/Visions-Findung widmet. Und wie geht ihr mit dem anderen Fall um: Leute die in der Gruppe sind, aber dann ggf. nicht mehr so zur Vision stehen, aber eben nicht gehen. Und natürlich auch ein möglicher Fall sind gruppeninterne Streitigkeiten, möglicherweise in Koalitionen. Und wie findet man einen aussenstehenden Mediator bzw. was sollte der an Eigenschaften haben.
    Und an Stephan: T-Shirtfarbenstreit als Metapher für einen persönlichen Rückzug ok, aber was ist denn da genau der Schwellenwert, ab wann dir eine Meinungsverschiedenheit es Wert ist auszusteigen?

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  2. Hey Marco,

    danke für deinen Kommentar. Für mich kommt es auf das Produkt an, wie oft ich mich mit der Vision auseinander setze. Manchmal hat es aber auch einfach damit zu tun, wieviel Muße man hat, sich damit zu beschäftigen. Oder wann man an einen Punkt kommt, an dem es nötig ist, sich damit auseinander zu setzen. Am wichtigsten ist sicherlich die Kommunikation. Das ist überall das Grundthema. Im Austausch mit einander zu sein, ist wichtig für die Gruppe. Es ist dennoch die Frage, was ist wichtig fürs Endprodukt, wieviel bin ich bereit zu investieren und wann hab ich einfach keine Lust mehr auf Streitgespräche.

    Der Schwellenwert ist nicht einfach festzulegen. Ich denke, der Abschied aus einer Gruppe ist ein Prozess, wie vieles. Wenn es dann die T-Shirt-Farbe ist, an dem sich die Geister scheiden, ist das sicher nur ein Punkt. Es gibt immer mehrere. Ich denke, für mich ist der Zeitpunkt gekommen, wenn ich keinen Nutzen mehr daraus ziehe oder es keine Entwicklung und nur Routine gibt. Die Frage ist auch immer: Inwiefern bin ich finanziell davon abhängig. Und das kann man sich nicht immer aussuchen. Sobald es eher eine Qual ist, eine Sache zu machen, als ein Segen, würde ich aussteigen. Ewige Problemgespräche helfen auch nicht unbedingt bei der Motivation. Wichtig sind gemeinsame positive Erlebnisse. Und das nicht nur auf der Bühne.

    Liebe Grüße,

    Stephan

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  3. Anschließend an macro auch von mir nochmal die Frage: Wie sich verhalten, wenn die Gruppe (oder zumindest ein Teil der Gruppe) sagt, sie wollen gar kein Leitbild / keine Vision haben, sie halten das für Kokolores? Kann man sie zwingen? Wenn ja, wie? ;) "Ich verordne euch jetzt diktatorisch eine Vision" :)

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  4. Tja, das ist eben das Problem an Demokratie. Wenn die Mehrheit dagegen ist, gilt es Argumente zu finden und zu überzeugen. Es bleibt die Frage, ob man sich dann damit abfindet oder nicht. Oder man organisiert die Gruppe eben anders. Zwingen wird man niemanden können.

    Lieben Gruß,

    Stephan

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  5. An Claudia: Für eine künstlerich-schöpferische Tätigkeit braucht es m.E. nach eine Vision. Wer sagt, dass wäre Kokolores, der beantwortet die Frage "Warum spielst Du Impro" auch mit, "Keine Ahnung". Von so jemanden sollte man sich dann ebenfalls trennen, denn er wird sich nur oportunistisch verhalten. Wenn die Vision nur ist, wir wollen Leute unterhalten, finde ich es ebenfalls zu wenig, aber immerhin eine.
    Zwingen kann man die Kollegen schon, aber das bringt nichts. Wichtig ist von Anfang an die Mitspieler über die Vision zu finden und nicht umgekehrt. Man kann letztlich noch jemanden beauftragen sich um die Spielleitung zu kümmern - derjenige nimmt dann alle einzeln mit auf die Spur.

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